Häufige Fehler von erwachsenen Sprachlernern

von Maria Inês Teixeira
May 13, 2020

Ob du dich für einen Kurs angemeldet hast oder eine Sprache von zu Hause aus lernen möchtest – es gibt sicherlich einige Herausforderungen zu bewältigen, wenn man eine Sprache lernt und in den Kreis erfahrener Sprachlerner aufgenommen werden möchte. Und mal ehrlich: Erwachsene haben viele Probleme, Unsicherheiten, volle Terminkalender, Familie und berufliche Dinge, über die man sich Sorgen machen muss und die manchmal dazwischenkommen! Welche Fehler sind es also, die uns manchmal passieren und um die wir uns jetzt kümmern können?

Machst du diese Fehler als erwachsener Sprachlerner?

1. Vergleichst du dich mit Kindern (oder mit anderen)?

Wir haben so oft schon darüber geschrieben, weshalb Kinder und Erwachsene beim Sprachenlernen nicht miteinander verglichen werden sollten, aber hier noch einmal in aller Kürze: Wenn du mit deinem Fortschritt zufrieden sein möchtest, dann hilft das ewige Vergleichen nicht. Und sich wie besessen darüber den Kopf zu zerbrechen, wer schneller vorankommt, begabter zu sein scheint oder eine bessere Aussprache hat, hindert dich nur daran, dich auf das Wichtigste zu konzentrieren: deinen einzigartigen, wertvollen Weg mit der Sprache! Wo du selbst die Dinge in die Hand nimmst. Eine Sprache zu lernen heißt, sich auf den Weg zu konzentrieren und nicht darauf, wer dich dabei überholt.

2. Empfindest du Unbehagen beim Lernen als hinderlich?

Das klingt vielleicht etwas kitschig, aber sich verletzlich zu zeigen ist ein wesentlicher Teil des Sprachenlernens, und genauso sind dies auch seltsames Schweigen, vergessene Wörter und gelegentliche Rückschritte. Sich unwohl zu fühlen ist manchmal wichtig, um über den eigenen Fortschritt nachzudenken und auch darüber, was du noch verbessern willst. Indem du manchmal ein bisschen nervös oder unbeholfen bist, wirst zu dazulernen und wachsen, an Selbstvertrauen gewinnen, fließender sprechen und mutiger werden, immer mehr auszuprobieren! Deshalb ist Unbehagen beim Sprachenlernen im Grunde förderlich und nicht hinderlich.

3. Hast du Schwierigkeiten mit Konsequenz und Beständigkeit?

Du weißt ja, wie es heißt: Dabei sein ist alles! Das ist absolut richtig! Das Gleiche gilt fürs Sprachenlernen: Es geht um gute Angewohnheiten. Wir wissen, was du jetzt denkst: “Schön und gut, aber mein Terminkalender ist voll!”. Das verstehen wir, wir sind ja auch nur Menschen und der Tag hat nur 24 Stunden. Aber trotzdem kannst du mit 15 Minuten schon weit kommen. Es ist immer besser, eine kurze Geschichte zu lesen, zehn Sätze in deiner Zielsprache zu schreiben, bevor du schlafen gehst, oder einen kurzen Podcast beim Kochen zu hören, als gar nichts zu machen. Mach es zu deinem Ziel, jeden Tag dabei zu sein.

4. Vergisst du, Abwechslung in deine Materialien zu bringen?

Sprachlerner scheinen immer auf der Suche nach dem perfekten Tool zu sein. Welche App kann mich retten? Mit welchem Buch kann ich alles, aber auch wirklich alles lernen? Das ist verständlich, besonders, wenn man bedenkt, dass du wahrscheinlich angesichts zu vieler Angebote überwältigt bist (mehr darüber gibt es unten). Aber denken wir mal darüber nach: Wenn du deine neue Sprache draußen in der echten Welt sprichst, wirst du dann nur von einer Person umgeben sein? Von einem Buch? Einer App? Nicht wirklich! Du wirst mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt haben, deren Aussprache unterschiedlich ist, du wirst Nachrichten auf unterschiedlichen Plattformen und in verschiedenen Formaten lesen, und so weiter. Deshalb ist es eine gute Idee, ein wenig Abwechslung reinzubringen und die Materialien, mit denen du arbeitest, ein wenig zu mischen. Und wenn wir gerade dabei sind …

5. Vergisst du, dein eigenes Material zu erstellen?

Hast du dich jemals gefragt, weshalb du problemlos einen Text lesen kannst, aber Probleme hast, selbst etwas einfaches zu schreiben? Oder warum du alles verstehst, was du hörst, aber keine drei Sätze zusammenhängend sprechen kannst (wenn es wirklich darauf ankommt)? Aktive Produktion ist beim Sprachenlernen genauso wichtig wie passive Aufnahme. Ja, es ist super, neues Material zu lesen und neue Plattformen zu entdecken, aber vergiss dabei nicht, deine eigenen Texte zu schreiben, deine eigenen individuellen Karteikarten zu erstellen und das Sprechen zu üben! Wenn das nach viel zu viel Arbeit klingt, dann beginne einfach, indem du zehn kurze Sätze täglich nach dem Aufwachen und vor dem Einschlafen aufschreibst. Das ist ein toller Anfang!

6. Vergisst du, wie viel Spaß es macht zu spielen?

Wenn Sprachlerner gefragt werden, was sie gerne an sich selbst verbessern würden, sagen sie normalerweise, dass sie “disziplinierter”, “fleißiger”, “konsequenter”, “selbstbewusster” werden wollen. Das alles klingt fantastisch, aber vergiss dabei nicht, dass Sprachenlernen auch Spaß machen soll! Es gibt so viele tolle Dinge, die du beim Sprachenlernen erleben kannst: neue Freunde finden, neue Spiele spielen, Literatur entdecken, Essen ausprobieren und noch so viel mehr. Sobald Sprachenlernen bloß noch aus Stundenplänen und Regeln ohne Spaß und Freude besteht, nimm dir einen Moment und denk darüber nach, wie du es spielerischer gestalten kannst!

7. Überforderst du dich selbst mit Lernmaterial?

Ein häufiger Fehler von Sprachlernern ist es, sich selbst mit Apps, Lehrbüchern, Plattformen, Accounts für Sprachaustausch und noch viel mehr zu überfordern. Wenn auch du dich dabei erwischst, wie du dich von Webseite zu Webseite klickst, die fünfzehnte App installierst, mehrere Bücher kaufst, die du nicht benutzt und dich für Kurse anmeldest, die du nicht beendest, dann ist es an der Zeit, deine Strategie zu überdenken! Beginne damit, eine Liste verlässlicher Quellen zu erstellen, die du für ganz bestimmte Zwecke verwenden möchtest: eine App zum Lesen, eine Plattform, um sprechen zu üben, eine Plattform für dein Hörverstehen usw. Du könntest natürlich auch noch festlegen, wie viel Zeit du jeweils investieren möchtest, aber das ist optional!

8. Unterschätzt du die Bedeutung von zwischenmenschlichem Kontakt?

Manchmal machen wir Sprachlerner es uns mit unseren Lieblingsapps, Streaming-Plattformen, Lehrbüchern, Karteikarten und Verblisten gemütlich und vergessen dabei völlig, warum wir eigentlich eine neue Sprache lernen: zum Sprechen. Unterschätze nicht die Bedeutung von Lehrkräften, Trainern, Sprachpartnern und neuen Freunden, wenn es darum geht, deine Sprachfertigkeiten zu verbessern! Von ihnen bekommst du motivierendes Feedback, manchmal auch die unangenehme Wahrheit und dazu unzählige Gelegenheiten, um spontan zu sein. Und genau dabei bilden und verankern sich wichtige Strukturen in deinem Gedächtnis!

Hast du einen dieser Fehler auch schon mal gemacht? Welchen? Wie könntest du dich deiner Meinung nach verbessern?

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