So bildest du einfache deutsche Sätze

Von Jakob Straub
January 22, 2021

Wenn man Englisch lernt, kennt man die goldene Regel für die Satzbildung in der Sprache nur allzu gut: Subjekt, Verb, Objekt. Oft folgt die deutsche Wortstellung den gleichen Grundregeln, aber die Sprache ist manchmal flexibler und kann Lernende deshalb verwirren. Auf dem Weg zum fließenden Sprechen lässt sich im Deutschen das Thema Satzkonstruktion nicht vermeiden. Hier lernst du die wichtigsten Regeln und bekommst außerdem ein paar Tipps!

So bildest du korrekte, einfache Sätze auf Deutsch

Satzstruktur: Parallelen zwischen Deutsch und Englisch

Die Struktur der einfachsten deutsche Sätze folgt dem Beispiel wie im Englischen mit der SVO-Reihenfolge: zuerst das Subjekt, dann das Verb, zuletzt das Objekt. Das bedeutet, dass du einfache englische Sätze tatsächlich wortwörtlich ins Deutsche übersetzen kannst.

Aus “I‘m eating cake.” wird „Ich esse Kuchen.“
Aus “You see the house.” wird „Du siehst das Haus.“
Aus “They follow the rules.” wird „Sie befolgen die Regeln.“

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Deutsche Sätze mit Hilfsverben

Trotzdem werden deutsche Sätze recht schnell komplexer, wenn du über Dinge in der Vergangenheit sprichst oder Bedingungen ausdrücken möchtest. Es passiert relativ oft, dass du ein Hilfsverb brauchst und im Satz auf einmal zwei Verben auftauchen. Um die Satzstruktur korrekt zu bilden, musst du erkennen, welches Verb das dominante ist.

Ganz einfach: Das dominante Verb ist immer das konjugierte, und das ist gleichzeitig das Hilfsverb. Der Rest der Verbalphrase bleibt entweder im Infinitiv oder wird je nach Zeitform konjugiert, wie zum Beispiel Vergangenheit oder Zukunft oder auch Passiv. Die deutschen Hilfsverben sind „haben“, „sein“ und „werden“ (auf Englisch: “to have”, “to be” und “to become” oder “will”).

Ich habe ein Boot gekauft = I have bought a boat.
Du bist zu spät gekommen = You have come too late.
Er wird belogen = He is being lied to.

So bildest du deutsche Sätze mit Modalverben

Modalverben bilden zusammen mit dem Infinitiv eines Vollverbs ein Prädikat, um die Beziehung zwischen Subjekt und Verb im Satz genauer zu bestimmen oder zu charakterisieren. Hinsichtlich Satzstruktur funktionieren sie genauso wie Hilfsverben. Trotzdem sind Modalkonstruktionen auch mit anderen Verben möglich, die dann den Infinitiv mit „zu“ (engl. to) bilden. „Du brauchst das nicht zu tun.“ bedeutet “You don’t have to do that.”

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Deutsche Modalverben:

dürfen = to be allowed to, may
können = to can, be able to
mögen = to like
müssen = to have to, must
sollen = should
wollen = to want

So bildest du die Fragestruktur auf Deutsch

Wenn du einfache Fragen auf Deutsch bildest, dann ist die Struktur der im Englischen sehr ähnlich. Das bedeutet, dass du deine Frage mit einem Fragewort beginnen würdest, nämlich: wann, warum, was usw. Du kannst aber auch eine Frage ohne diese Fragewörter bilden. Der konjugierte Teil der Verbalphrase kommt zuerst und leitet die Frage ein, während der zweite Teil des Verbs am Ende folgt:

Hast du das gemacht? = Did you do that?
Haben Sie schon gegessen? = Have you eaten yet?
Könnt ihr etwas sehen? = Can you see something?
Deutsche Fragewörter:

Warum = why
Was = what
Wann = when
Wo = where
Woher = where from
Wohin = where to
Wer = who
Wen = whom
Wessen = whose
Wem = to/from whom
Wie = how

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Satzbildung im Deutschen mit Konjunktionen

Eine Konjunktion verbindet zwei Sätze oder zwei Teile eines Satzes miteinander. Ein Teil kann von dem anderen abhängen und bildet einen Relativsatz. Die Satzstruktur eines deutschen Relativsatzes unterscheidet sich von der eines englischen Relativsatzes. Ein abhängiger Satzteil oder Sätze mit bestimmten Konjunktionen verwenden eine andere Wortfolge. Sie folgen der KSOV-Struktur: Konjunktion, Subjekt, Objekt, Verb. Wichtig ist hier, dass das Verb ganz ans Ende des Satzes rückt.

Er sagt, dass er beschäftigt ist. = He says he’s busy.
Ich weiß nicht, ob ich das kann. = I don’t know if I can do that.
Ich bleibe daheim, weil es regnet. = I stay at home because it’s raining.
Wir essen, bis nichts mehr da ist. = We eat until everything is gone.

Häufige deutsche Konjunktionen:

Wie = how
Weil = because
Als / Wenn = when
Falls / Wenn = if / in case
Bis = until
Dass = that
Ob = whether
Obwohl / obgleich = although
Als ob = as if
Da = since / as
Seit / Seitdem = since
Bevor / ehe = before
Nachdem = after
Damit = so that
Während / indem = while
Sobald = as soon as
Sodass = so that
Solange = as long as
Trotzdem = despite

Regeln für die einfache Satzstruktur im Deutschen

Wenn du die Regeln pauken möchtest, dann findest du hier ein paar Anleitungen für die Satzbildung im Deutschen:

Die Grundreihenfolge ist SVO: Subjekt, Verb, Objekt.
Das Verb, also das Hauptverb oder der konjugierte Teil des Verbs, ist immer das zweite Satzelement.
Wenn das Subjekt nicht vor dem Verb, dem Hauptverb oder dem konjugierten Teil steht, dann muss es direkt danach folgen.

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Satzstruktur: Zeit, Art und Weise, Ort

Englische Sätze folgen der Struktur von Ort, Art/Weise und Zeit, was ein weiterer Unterschied zum Deutschen ist. „I am going to class by bike today“ ist ein gutes Beispiel für die englische Struktur von Ort (to class), die Art und Weise (by bike) und die Zeit (today).

Die deutsche Struktur wäre „Ich fahre heute mit dem Rad zur Schule.“ Die Zeit („heute“) kommt zuerst, gefolgt von Art und Weise („mit dem Rad“) und dem Ort („zur Schule“).

Allerdings kann diese Regel von Zeit, Art/Weise und Ort im Deutschen ab und zu auch mal gebrochen werden, genauso wie die Reihenfolge von Subjekt, Verb, Objekt für Hervorhebungen.

„Wir sind gestern angekommen.“ (We arrived yesterday.) kann dann zu „Gestern sind wir angekommen.“ werden. (Yesterday, we arrived.) wenn du die Zeit betonen möchtest.
„Ich liebe dich.“ (I love you) kann zu „Dich liebe ich.“ werden, wenn du das Objekt wirklich betonen möchtest, also die Person, die du liebst.
„Wir wollen schwimmen.“ (We want to swim.) kann zu „Schwimmen wollen wir.“ werden, wenn du das Verb hervorheben willst, also die Aktivität.”
“Tipps für die Bildung einfacher deutscher Sätze
Das Verb beendet den Satz, wenn …
Eine der zahlreichen Schwierigkeiten beim Deutschlernen sind die vielen Fälle, in denen das Verb am Satzende steht. Der wichtigste Fall, den du dir merken solltest, sind Hilfs- und Modalverben sowie Relativsätze.

Der konjugierte Teil des Verbs, das Hilfs- oder Modalverb, kommt zuerst im Satz an der üblichen Position, aber der Infinitiv folgt erst ganz am Ende. Für Lernende kann dies verwirrend sein, weil der Infinitiv ausdrückt, was gerade passiert, und deshalb sehr wichtig ist – trotzdem musst du darauf achten, das erste Verb korrekt zu konjugieren.

Im Relativsatz erscheint die Verbalphrase auch erst am Ende des Satzes, aber die Reihenfolge ist umgekehrt. Das dominante Verb, das Hilfs- oder Modalverb oder das erste Verb kommt an letzter Stelle.

Der richtige Platz für Adverbien

Hier solltest du im Kopf behalten, dass Zeit, Art und Weise sowie Ort in der deutschen Satzstruktur anders als in der englischen Struktur verwendet werden. Adverbien müssen nicht ein einzelnes Wort für eine der drei Kategorien sein, sondern können auch längere und kompliziertere Phrasen bilden. Zum Beispiel:

Zeit: heute Morgen (this morning)
Art und Weise: schnell und außer Atem laufend (running quickly and out of breath)
Ort: in der letzten Ecke des Büros (in the last corner of the office)”
“Satzinversion
So viel Spielraum die deutsche Satzstruktur für die Platzierung von Zeit, Art/Weise und Ort auch bietet: Denk daran, dass das Verb immer auf der zweiten Position stehen muss!

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Konjunktionen unterscheiden

Deutsche Sätze, die mit einer Konjunktion beginnen, folgen nicht automatisch einer anderen Struktur. Die sogenannten koordinierenden Konjunktionen behalten im folgenden Satz die SVO-Ordnung bei:

Und = and
Denn = for / because
Sondern = rather / but
Aber = but / however
Oder = or
Im Gegensatz dazu verändern subordinierende Konjunktionen die Satzstruktur, wie du oben nachlesen kannst – nämlich mit dem konjugierten Teil des Verbs auf der letzten Position.

Lerne die Struktur von Alltagsphrasen

Zu guter Letzt solltest du bei erlernten und gehörten Alltagsphrasen aufpassen und eine schnelle Analyse der Satzstruktur machen, damit du erkennen kannst, wie die Wörter in ihrer natürlichen Reihenfolge in Wendungen auftauchen. Identifiziere Subjekt, Verb, Objekt und Adverbialphrasen, und dann solltest du ihre Position den Regeln zuordnen, die du eben gelernt hast.