Silicon Valley Leitfaden: Der Hightech Standort im Überblick

von Jakob Straub
July 02, 2020

Das Silicon Valley zählt zu den wichtigsten Hightech Standorten der Welt und ist wohl mit Abstand der bekannteste Unternehmens-Cluster. Hier sind all die IT-Firmen wie Apple, Google, Facebook und Co. angesiedelt, deren Produkte und Dienstleistungen wir rund um die Welt nutzen. Das Tal der Startups lockt mit hohen Gehältern und herausfordernden Jobs auch viele Deutsche an die amerikanische Westküste in Kalifornien. In unserem Leitfaden geben wir dir einen Standort-Steckbrief und Überblick über die Unternehmen im Silicon Valley sowie Tipps zum Arbeiten dort.

Standort Silicon Valley

Silikon oder “Silizium” bezeichnet das Material für die Herstellung von Computerchips. Der Name für das Santa Clara Valley wurde bereits 1971 geprägt. Das Gebiet des Standorts umfasst heute die Bay Area, die Metropolregion um die Städte San Francisco, San José und Sunnyvale und weitere Städte wie Cupertino, Menlo Park oder Mountain View, die wir aus europäischer Sicht oft mit den dort ansässigen Unternehmen verbinden. Das Silicon Valley erstreckt sich über ein Gebiet von 70 Kilometern Länge und 30 Kilometern Breite.

Die Entwicklung der Region ging ursprünglich von der Stanford Universität und ihrem Industriepark aus. Heute zählen die Dichte an Unternehmen und Hochschulen, die Konzentration an Technik und Fachwissen sowie das Klima zu den attraktiven Standortfaktoren.

Silicon Valley Steckbrief

Größe: ca. 4.000-5.000 km²

Einwohner: 3-5 Millionen

Arbeitsplätze: 1,5-2 Millionen

Unternehmen: Tausende

Durchschnittsgehalt: ca. 120.000 US-Dollar pro Jahr

Universitäten und Hochschulen: Rund 30

Wichtigste Unternehmen im Silicon Valley

Es gibt tausende Unternehmen im Silicon Valley und täglich werden dort neue Startups gegründet. Von den wichtigsten und bekanntesten Software- und Technologieunternehmen sind dir mit Sicherheit einige ein Begriff:

  • Adobe: In Sachen digitale Bildbearbeitung, Design und Druckvorbereitung führt kaum ein Weg an der Adobe Creative Cloud Produktpalette mit Titeln wie Photoshop, InDesign, Illustrator oder Acrobat vorbei.
  • Advanced Micro Devices: Der Chip-Entwickler produziert Mikroprozessoren, Chips und Chipsätze und ist nach Intel die Nummer Zwei der Prozessorhersteller weltweit.
  • Alphabet (vormals Google): Die Internetdienste von Google bilden das Hauptgeschäft der Dachgesellschaft Alphabet.
  • Apple: Das Unternehmen ist heute für seine Hard- und Softwareprodukte mit dem “i” im Namen bekannt und schrieb seit der Gründung Computergeschichte.
  • Broadcom: Ein Hersteller von integrierten Schaltungen für Mobiltelefone, Modems und Netzwerkzubehör wie WLAN-Karten.
  • Cisco: Der Name steht für Netzwerkkomponenten wie Router und Switches, aber auch Telekommunikationslösungen.
  • Citrix: Zur Produktpalette von Citrix gehören vor allem Virtual Desktop Lösungen und Virtualisierungstechnologie.
  • eBay: Das bekannte Online-Auktionshaus ist inzwischen einer der größten Marktplätze im Internet.
  • Electronic Arts: Der Hersteller von Computerspielen ist für Sportspiele und viele erfolgreiche Titel wie die Fußballsimulation FIFA bekannt.
  • Facebook: Aus Mark Zuckerbergs Studentenprojekt an der Uni wurde das weltgrößte soziale Netzwerk.
  • GoPro: Der Name ist synonym mit kleinen und robusten Kameras, die für Abenteuer- und SPortvideos eingesetzt werden.
  • Hewlett Packard: In den USA zählt HP zu den größten Herstellern von Computern und Druckern.
  • Intel: Integrated Electronics besteht bereits seit 1968 und ist der bekannteste Chip-Hersteller mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent bei PC-Mikroprozessoren. 
  • LinkedIn: Das Portal zum professionellen Netzwerken gehört seit Ende 2016 zu Microsoft.
  • Netflix: Die wohl bekannteste Streaming-Plattform für Filme und Serien.
  • Nvidia: Führend bei der Entwicklung von Chips und Prozessoren rund um Grafik.
  • Oracle: Mit Datenbanksystemen richtet sich Oracle an Unternehmenskunden. 
  • Solar City: Das Unternehmen für Solarstromanlagen und Ladestationen gehört seit 2016 zu Tesla.
  • Symantec: Ein bekannter Hersteller für Sicherheitssoftware wie Antivirus-Lösungen.
  • Tesla: Das Unternehmen rund um Elektroautos und weitere Zukunftstechnologie macht immer wieder durch Gründer Elon Musk von sich reden.
  • Twitter: Das soziale Netzwerk mit dem blauen Vogel existiert bereits seit 2006.
  • VMware: Das Unternehmen liefert Lösungen für Cloud Computing und Virtualisierung.
  • WhatsApp: Der in Deutschland sehr verbreitete Instant Messenger Dienst wurde 2014 von Facebook übernommen.

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Deutsche Unternehmen im Silicon Valley

Auch zahlreiche deutsche Unternehmen haben im Cluster Silicon Valley einen Standort. Gründer und Startups, die dort Fuß fassen wollen, können sich an diverse Ansprechpartner wenden: der German Silicon Valley Accelerator und die German Silicon Valley Innovators unterstützen Startups mit Förderprogrammen. Die AHK San Francisco vermittelt zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen mit Schwerpunkt auf zukunftsweisende Branchen.

Zu den deutschen Unternehmen mit Niederlassungen oder sogenannten Innovationslaboren im Silicon Valley zählen die Deutsche Bank, die Deutsche Telekom, die Daimler AG, SAP, RWE, Siemens und Volkswagen.

Arbeiten im Silicon Valley

Wenn du davon träumst, im Silicon Valley zu arbeiten, bist du damit natürlich nicht allein. Kalifornien zieht nicht nur deutsche Gründer, sondern auch viele Fachkräfte wie Ingenieure und Programmierer an. Rund 60.000 Deutsche arbeiten in entsprechenden Berufen und Branchen im Silicon Valley. Die Gehälter sind dort im Schnitt rund dreimal so hoch.

Allerdings musst du auch höhere Lebenshaltungskosten in Kauf nehmen. Hohe Mieten, Kosten für Fahrzeug und Unterhalt sowie Pendelverkehr relativieren das Jahresgehalt und tendenziell wird von dir hoher Einsatz für deinen Job erwartet. Dennoch ist es eine attraktive und oft auch lohnende Chance, im Silicon Valley zu arbeiten.

Deutsche Auswanderer verweisen oft auf den “Gründergeist”, der das Scheitern nicht fürchtet oder verurteilt. Die Unternehmenskultur ist weitaus weniger kritisch als hierzulande. Dazu kommen noch das angenehme Klima und das bestehende Unternehmensnetzwerk.

Die deutsche Startup Szene kann vor allem in einem Bereich noch nicht mit Kalifornien konkurrieren: Angel Investors. Die Risikokapitalgeber unterstützen Gründer und junge Unternehmen mit Finanzspritzen und Erfahrung. Wer von US-amerikanischen Investitionen dieser Art profitieren will, kommt um eine Präsenz vor Ort nicht herum. Dafür steht dann der Markt in den USA offen, der im Gegensatz zu Europa wesentlich homogener ist.

Du willst wissen, was ein Angel Investor ist oder was andere Begriffe rund um Startups bedeuten? Wir erklären dir in unserem Leitfaden Startup Kultur, Sprache und Werte!

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