Unter einem Startup stellen wir uns ein junges und aufstrebendes Unternehmen mit einem oder mehreren Gründern vor. Ziel ist es, eine einzigartige Geschäftsidee oder ein neues Produkt zur Marktreife zu entwickeln und dann das Geschäftsmodell durch oftmals rasantes Wachstum zu bestätigen. Startups können ein riskantes Wagnis darstellen und müssen zur Finanzierung Investoren von ihrem Wert überzeugen. Eine eigene Kultur, Sprache und Werte prägen ein Startup als Unternehmen. In unserem Leitfaden zeigen wir dir die Unterschiede zu einem regulären Arbeitsplatz auf und geben eine Einführung in die gängigsten Begriffe des Startup-Jargons.

Startup Werte

Startup Kultur

In einem Startup läuft vieles anders als in einem etablierten Unternehmen. Das hat System: Ein Startup agiert schnell und bricht bestehende Marktstrukturen auf, um Fuß zu fassen. Da denken wir schnell an das Klischee von einem Gründer im Kapuzenpulli und Flip-Flops, dem alles egal ist, aber wie genau definiert sich denn die Startup Kultur?

Als Unternehmenskultur bezeichnen wir eine vereinbarte, flexible Herangehensweise mit gewissen Werten als Grundlage. In der Tendenz bauen Startups ihre Unternehmenskultur auf die folgenden Werte auf:

  • Flache Hierarchien: Startups haben oft nur wenig Personal und jeder füllt mehrere Rollen aus. Das Organigramm ist typischerweise flach mit kaum Führungspositionen. Als Mitarbeiter stehst du in direktem Kontakt mit anderen ohne Manager dazwischen. Jeder packt an, was es zu tun gibt, anstatt auf Anweisungen zu warten.
  • Innovation und Kreativität: Startups entwickeln sich als Unternehmen gleichzeitig mit dem Produkt. Um die ständige Innovation und einen Wettbewerbsvorteil aufrecht zu erhalten, sind kreative Denker gefragt, die stets zwei Schritte vorausschauen.
  • Leidenschaft und Zufriedenheit: Du begeisterst dich für die Sache oder das Produkt und willst alles geben, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen? Dann bist du im Startup richtig. Jedoch sollte die sogenannte Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen und die Mitarbeiter nicht bis an den Rand des Burnout getrieben werden. Startups sind auf ein angenehmes Arbeitsumfeld und ein  Zusammengehörigkeitsgefühl bedacht.
  • Kommunikation: Informationen sind wie bare Münze für ein Startup. Daher ist eine klare Kommunikation wichtig, damit alle am selben Strang ziehen.
  • Weiterbildung und Entwicklung: Es gibt keinen perfekten Mitarbeiter für einen Job, der sich ständig wandelt. Startups machen daraus eine Tugend: Bringst du Wissensdurst und Neugier mit, kannst du in so einem Umfeld kontinuierlich lernen und dich weiterentwickeln.
  • Transparenz: Ein Unternehmen, das nichts zu verbergen hat, kann Kunden und Angestellte mit Transparenz nach innen und außen zufriedenstellen. Da ein Startup oft nur ein geringes Budget für Marketing hat, gewinnen Ehrlichkeit und Offenheit langfristig das Kundenvertrauen.
  • Verantwortung: Wer keine eindeutige Berufsbezeichnung hat, übernimmt im Startup automatisch mehr Verantwortung. Aber auch die Unternehmensverantwortung ist wichtig und soziale sowie ökologische Werte treten oft in den Vordergrund.
  • Wie Sie Geschäftsenglisch meistern

Startup Unternehmenswert

Als frisch gegründetes Unternehmen kann ein Startup noch keine große GEwinnspanne oder Erfolgsgeschichte vorlegen. Der geschätzte Unternehmenswert ist aber eine wichtige Kennzahl, um Investoren zu gewinnen. Dafür gibt es mehrere Ansätze:

  • Mit Blick auf den Markt kann ein Investor den Wert des Startups anhand der Anschaffungskosten ähnlicher Unternehmen bestimmen. Dieser Ansatz ist aber weniger geeignet, wenn es sich tatsächlich um ein ganz neues Produkt oder eine ausgefallene Geschäftsidee handelt.
  • Eine Schätzung des zukünftigen Cashflow ist eine weitere Art, den Unternehmenswert zu schätzen.
  • Eine Aufstellung der Kosten, die zur Replikation des Unternehmens notwendig wären, betrachtet die bisherigen Ausgaben und sonstige physische Vermögenswerte, lässt aber immaterielle Vermögenswerte und das zukünftige Einnahmen Potenzial außer acht.
  • Ein Investor kann auch die Marktreife betrachten: Ist die Produktentwicklung bereits fortgeschritten, hat das Startup einen höheren Wert als ein Unternehmen, das nur aus einer Idee und sonst nichts besteht.

Startup Kultur und “normale” Unternehmenskultur im Vergleich

Du willst wissen, wie du dir die Arbeit in einem Startup vorstellen kannst und was die Unterschiede zu einem regulären Unternehmen sind? Unsere Übersicht verrät dir anhand verschiedener Aspekte, welcher Arbeitsplatz besser zu dir passt!

ASPEKT STARTUP ETABLIERTES UNTERNEHMEN
Work-Life-Balance Im Startup sind Leidenschaft und 100% Leistung gefragt und es wird fast schon erwartet, dass die Arbeit dich erfüllt. Ob du Job und Privatleben unter einen Hut kriegst, liegt mehr an dir. Moderne Unternehmen haben erkannt, dass zufriedene Mitarbeiter bessere Leistungen erbringen und tragen aktiv zu deiner Work-Life-Balance bei.
Jobsicherheit In einem riskanten Startup weißt du nicht, wie sicher dein Arbeitsplatz ist. Dazu kommt, dass du mit Sicherheit nach Hingabe und Leistung beurteilt wirst. Ein regulärer Job kann dir je nach Branche und Nachfrage höhere Stabilität und Sicherheit bieten.
Struktur Flache Hierarchien und fließende Übergänge in der Unternehmensstruktur. Komplexes Organigramm mit mittlerem Management und Delegierten.
Verantwortung Du musst wahrscheinlich mehr Verantwortung übernehmen, kannst aber mehr Einfluss nehmen, hast mehr Spielraum und die Möglichkeit zu lernen. Klar definierte Verantwortlichkeiten können entspannend wirken, du hast aber auch weniger Einfluss und Spielraum.
Aufwand Ein Startup-Job kann mit längeren Arbeitszeiten verbunden sein. Normalerweise feste Arbeitszeiten mit gleichmäßiger Belastung und Ausgleich für Überstunden.
Persönliche Entwicklung Du hast Gelegenheit, viel Verschiedenes zu lernen, aber möglicherweise nicht immer in aller Tiefe. In einer Unternehmensposition ist deine Rolle klar definiert und du kannst deine Fähigkeiten bis hin zum Experten ausbauen.
Prestige Zumindest zu Beginn sind Startups unbekannte Unternehmen, aber trotzdem kann der Job deine Karriere beflügeln. Die Arbeit in einem größeren, anerkannten Unternehmen macht sich auf jeden Fall gut in deinem Lebenslauf.
Problemlösungen Im Startup gilt die Faustregel: Wer ein Problem findet, muss es auch beheben. Wenn ein Problem nicht in deine Verantwortung oder die deines Teams fällt, musst du es auch nicht beheben.
Vergütung und Vorteile Startups locken mit attraktiven “Vergünstigungen” wie Snacks, Tischtennis und lockerer Kleiderordnung. Die Vergütung kann lukrative Aktienoptionen beinhalten, aber damit sich diese auszahlen, sind Wartezeit und Unternehmenserfolg nötig. Größere Unternehmen haben größere Budgets und bieten Krankenversicherung, Altersvorsorge, Elternzeit, Vergünstigungen und ein attraktives Gehalt.

Die wichtigsten Begriffe im Startup-Jargon

Bestimmt ist dir der Startup-Sprech bereits begegnet und du kennst Leute, die als Marketing Guru oder Content Ninja arbeiten. Aber was steckt hinter einschlägigen Startup Begriffen? Unsere Übersicht führt dich in die Startup Sprache ein.

  • Accelerator: Wörtlich “Beschleuniger”. Eine Organisation oder ein Programm, das Startups durch Beratung und Ressourcen zu Wachstum verhilft.
  • Acqui-hiring: Die Praxis, die Mitarbeiter eines Startups durch Übernahme des gesamten Unternehmens anzuheuern. Mit der Übernahme des “geistigen Kapitals” kann der Erwerb des “geistigen Eigentums” verbunden sein.
  • Angel investor: Ein Investor, zum Beispiel eine Einzelperson oder ein Unternehmen, der einem Startup Finanzmittel im Austausch gegen eine Unternehmensbeteiligung zur Verfügung stellt.
  • Bootstrapping: Dieser Begriff bedeutet, sich selbst an den eigenen Schuhen hochzuziehen. Gemeint ist ein Startup, das sich durch eigene Mittel finanziert, etwa Privatkapital oder SPenden von Freunden und Familie der Gründer.
  • Burn rate: Die “Brennrate” ergibt sich, wenn man das verfügbare Gesamtkapital durch die monatlichen Ausgaben teilt. Darin lässt sich ablesen, wie schnell ein Startup quasi sein Geld “verbrennt”.
  • Disruption: Das Aufbrechen bestehender Marktstrukturen durch ein Produkt oder eine Technologie. Dies kann bewusst mit anfänglichen Verlusten oder zumindest niedriger Gewinnerwartung verbunden sein, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.
  • Exit Strategy: Die Vision der Gründer, wie Sie aus dem Startup Kapital schlagen und die Investoren auszahlen wollen, etwa durch einen Börsengang, eine Übernahme oder eine Liquidierung.
  • Incubator: Wörtlich “Brutkasten”. Ein Accelerator hilft bestehenden Startups, während ein Incubator die Unternehmensgründung fördert und begleitet.
  • Initial Public Offering (IPO): Der Börsengang eines Startups und damit der Moment, in dem aus einem privaten ein öffentliches Unternehmen wird.
  • Lean startup: Ein “schlankes” Startup operiert mit knappem Budget und versucht, die Geschäftsidee so schnell und kostengünstig wie möglich bestätigt zu sehen.
  • Minimum Viable Product (MVP): Die einfachste Version des Produktes, das die Mindestanforderungen für die Markteinführung erfüllt und dann ständig erweitert und weiterentwickelt wird, oftmals mit Feedback von Kunden.
  • Pitch: Eine knappe und eingängige Version des Startup-Geschäftsplans mit den wichtigsten Kennzahlen, um Investoren zu überzeugen.
  • Pivot: Ein schneller Richtungswechsel, etwa wenn ein Startup ein völlig anderes Marktsegment anvisiert. Dies ist häufig ein Versuch, die Rentabilität zu erreichen oder zu verbessern.
  • Scaling up: In der Skalierung versucht ein Startup, den anfänglichen Erfolg in großem Maße zu reproduzieren.
  • Seed funding: Startkapital, das in einer oder mehreren Finanzierungsrunden erworben wird. Die Runden können als Serien A, B, C, D, E bezeichnet werden.
  • Term sheet: Ein einfaches und in der Regel unverbindliches Dokument, in dem die Finanzierungsbedingungen zwischen Investor und Startup aufgeführt sind und das die Grundlage für eine verbindliche Vereinbarung bildet.
  • Unicorn: Ein “Einhorn” ist ein Startup mit einem Unternehmenswert von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Beispiele sind hier Instagram, Airbnb oder Shopify.
  • Valuation: Der Bewertungsprozess zur Ermittlung des Unternehmenswertes, etwa vor der Finanzierung oder dem Börsengang. “Pre-money” lässt bereits erhaltene Finanzmittel außer acht, “post-money” berücksichtigt diese.
  • Venture capital: “Risikokapital” ist eine Finanzierung für ein Startup im Austausch für Unternehmensanteile.
  • Vesting: Startups geben Mitarbeitern oft Aktienoptionen. Der Vesting-Zeitplan legt fest, wie lange ein ANgestellter im Unternehmen bleiben muss, um den vollen Anteil zu erhalten. “Fully vested” heißt, dass alle versprochenen Anteile an den Mitarbeiter übergegangen sind.

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