Häufige Irrtümer beim Sprachenlernen

von Erin McGann
January 20, 2021
Häufige Irrtümer beim Sprachenlernen

Man kann eine Sprache aus ganz unterschiedlichen Gründen lernen: Migration, Liebe, Arbeit oder einfach, damit das Gehirn fit bleibt. Immer wenn Erin erzählt, dass sie als Erwachsene Deutsch lernt, reagieren viele ziemlich heftig darauf und zählen alle möglichen Gründe und falschen Vorstellungen auf, weshalb sie auf keinen Fall eine Sprache lernen können. Hier entlarvt Erin diese Irrtümer!

5 Irrtümer beim Sprachenlernen

1. Ich bin zu alt, um eine neue Sprache zu lernen

Ich bin mit meinem Sohn nach Deutschland gezogen, als er damals sechs Jahre alt war, und er hat ziemlich gut Deutsch gelernt. Das wird wohl niemanden überraschen, denn Kinder lernen Sprachen relativ schnell. Als wir umzogen, war ich selbst allerdings Ende dreißig, und konnte vor dem Umzug kein Wort Deutsch. Naja, nicht ganz – ich konnte die Worte „Frühling“ und „Blut“ von einem früheren Job, wo ich Programme für Opernkonzerte bearbeitet habe. Nicht direkt die praktischsten Vokabeln. Aber ich habe mich durchgekämpft und kann jetzt stolz sagen, dass ich inzwischen mit meinem Deutsch auf der Mittelstufe angelangt bin. Das Alter spielt beim Sprachenlernen überhaupt keine Rolle. Man muss sich hinsetzen und sich die Zeit nehmen – und dann lernt man es auch.

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2. Es ist zu schwer, eine neue Sprache zu lernen

Wenn man etwas Neues lernt, lässt sich der Schwierigkeitsgrad nur selten genau bestimmen. Eine neue Sprache zu lernen ist eine Fähigkeit; genau wie Tischlern, Kochen oder Stricken. Wenn man keine Erfahrung damit hat, wie man eine andere Sprache spricht, dann kann es schon etwas dauern, bis man gelernt hat, sich auf andere Weise auszudrücken. Aber genau wie beim Tischlern, Kochen oder Stricken fängt man langsam an, und zwar mit jemandem, der einem zeigt, wie es geht. Niemand erwartet, dass man gleich am ersten Tag einen kompletten Pullover strickt. Du solltest also konsequent am Unterricht teilnehmen und kannst dann schon bald einen Satz sagen, und dann noch einen. Irgendwann ist es dann ein wenig leichter, eine Fernsehserie zu schauen – sogar ohne Untertitel. Geh einfach einen Schritt nach dem anderen.

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3. Es dauert sehr lange, eine Sprache zu lernen

Ja, es dauert eine Weile. Aber hier geht es ja gar nicht darum, eine Sprache entweder perfekt oder überhaupt nicht zu können. Während des gesamten Lernprozesses ist es toll, einen Einblick in eine andere Kultur zu bekommen und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Genau wie bei jedem anderen Lernprozess gibt es Tage, an denen rein gar nichts funktioniert und dein Gehirn die Worte partout nicht verstehen will. Aber dann ist da der Moment, wenn dir plötzlich eine Bedeutung wieder einfällt, und zwar ohne einen Satz Wort für Wort zu übersetzen – das ist einfach fantastisch!

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4. Ich habe kein Sprachtalent

Ehrlich gesagt ist das immer die Ausrede, wenn man Angst hat, etwas auszuprobieren. Ich weiß das, denn ich habe es selbst über andere Dinge gesagt (meistens beim Sport). Eine Sprache zu sprechen ist eine Fähigkeit, und dabei gibt es viele verschiedene Facetten. Diese sind Hörverstehen, Lesen, Schreiben und Sprechen. Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass dir eine dieser Disziplinen viel leichter fällt als die anderen. Ich bin ziemlich gut im Zuhören, verstehe andere Leute recht einfach und kann beim Sprechen die Beugungsformen gut anpassen. Mein Mann beherrscht Verbtabellen, bei denen mir der Kopf schwirrt, und er kommt besser als ich mit langen Texten zurecht. Keiner von uns beiden würde behaupten, dass wir „kein Sprachtalent“ hätten. Nimm dir eine Lektion nach der anderen vor und dann schaffst du es.

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5. Man braucht es nicht, alle sprechen Englisch

Das stimmt einfach nicht und hilft auch nicht besonders. Eine andere Sprache zu lernen, auch wenn man sie nicht perfekt und fließend beherrscht, ist auf deinem Lebenslauf immer ein Pluspunkt. Wenn du eine andere Sprache sprichst, eröffnen sich dir ganz andere Jobmöglichkeiten überall auf der Welt. Außerdem hast du so bei deiner Gehaltsverhandlung eine bessere Ausgangsposition. Neben den Vorteilen für deine Karriere kannst du durch eine andere Sprache auch andere Kulturen besser verstehen. Es ist ein wahrer Augenöffner, Nachrichten in einer anderen Sprache zu lesen, und ganz zu schweigen davon, Geschichtsbücher einmal aus einer anderen Perspektive zu durchforsten.

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