Duolingo, Babbel und Lingoda im Vergleich

von Erin McGann
September 10, 2020

Es gibt viele Wege, neue Sprachen zu lernen – insbesondere, wenn man sich nicht auf Stunden festlegen kann, an denen man persönlich teilnimmt. Aber welcher Weg ist der beste? Werfen wir also einen Blick auf die beliebtesten Methoden zum Lernen einer Fremdsprache aus der Ferne: Duolingo, Babbel und Lingoda.

Warum sollte man eine Fremdsprache auf diese Art lernen?

Manche würden dir vielleicht sagen, dass der einzige Weg zum Erlernen einer Sprache der 1-zu-1-Unterricht ist, mit einer richtigen Lehrkraft, die mit der Sprache aufgewachsen ist. Das ist natürlich eine hervorragende Methode, um eine Sprache zu lernen, aber sie funktioniert nicht für jeden. In der Regel ist es nämlich teuer, erfordert großen Einsatz über einen langen Zeitraum hinweg, ganz zu schweigen von der Anreise zum Unterricht und der terminlichen Vereinbarung mit deinem Tagesplan. Das ist einfach nicht für alle machbar. Es gibt zahlreiche Gründe, eine Sprache lernen zu wollen, vielleicht auch nur ein paar Sätze, bevor du in den Urlaub fährst, oder um dein Gehirn ein bisschen in Schwung zu bringen.

Duolingo

Als die Duolingo-App 2012 vorgestellt wurde, präsentierte sie eine neue und einfache Art, um Sprachen zu lernen. Inzwischen hat scheinbar jeder schon versucht, eine Sprache mit Duolingo zu lernen, sogar ausgedachte wie Klingon oder Dothraki. Die grüne Eule ist freundlich und die einfachen Cartoon-Figuren sind mit ihren gelegentlichen Zombie-Witzen wirklich lustig. Wenn du gerade damit begonnen hast, eine Sprache zu lernen, dann ist Duolingo eine tolle und kostenlose Variante, um einfache Wörter und Sätze zu lernen. Außerdem wird eine unglaublich lange Liste von Sprachoptionen angeboten. Allerdings sind die Sätze, die du übst, oft ziemlich willkürlich und wären dir in echten Alltagssituationen keine große Hilfe – außer, wenn dich der Busfahrer nach unsichtbaren Bären fragt.

Im weiteren Lernverlauf werden Grammatikregeln kaum erklärt, außer beim Benutzen der Version auf der Webseite, aber selbst dann ist dies nicht sehr hilfreich. Wenn du die Sprache schon ein wenig beherrschst und in der Mitte beginnen möchtest, dann ist es bei Duolingo gar nicht so leicht herauszufinden, wo du anfangen sollst. In den letzten Jahren wurde Duolingo Stories eingeführt, damit Lernende mit mehr als nur einem Satz zu einem Zeitpunkt üben können. Duolingo macht Spaß, aber wenn du es als einziges Lernmittel nutzt, wirst du nicht fließend sprechen.

Babbel

Diese Sprachlernplattform ist komplexer als Duolingo und bietet bessere Chancen, in der erlernten Sprache auch wirklich eine Unterhaltung führen zu können. Es ist nicht kostenlos und daher für “”Gelegenheitslerner”” eventuell nicht das Richtige. Babbel bietet 14 Sprachen an und kann als App auf dem Smartphone oder auf der Webseite genutzt werden. Am Anfang wird ein Einstufungstest gemacht, falls man die Fremdsprache schon ein bisschen beherrscht, was wirklich praktisch ist. Die Browser-Version hat mehr Optionen als die App und genau wie Duolingo solltest du auch hier die Desktop-Version nutzen, wenn du die Grammatik wirklich lernen möchtest. Babbel ist definitiv nicht sonderlich benutzerfreundlich und ich hatte bei der Nutzung der App Schwierigkeiten, und zwar nicht wegen der Sprache, sondern aufgrund der Benutzeroberfläche. Was die Lernmethode angeht, so ist sie sehr ähnlich zur alten Sprachlernsoftware Rosetta Stone, falls du diese schon einmal genutzt hast.

Obwohl man das Gefühl hat, dass Babbel komplexer als Duolingo ist und es mehr zu lernen gibt, ist es trotzdem durch die App-Form beschränkt. Man verliert bei der Grammatik immer noch schnell den Überblick oder bekommt das Gefühl, ein Konzept nicht richtig verstanden zu haben. Ich habe Babbel genutzt, um Deutsch zu lernen und fand die Textbeiträge extrem verwirrend und nicht sonderlich hilfreich, weil es nämlich keine Unterscheidung von Klein- und Großschreibung gab. Dies ist ein relativ wichtiger Teil im Deutschen, weshalb es mir seltsam vorkam, dies auszulassen.

Lingoda

Lingoda weder eine Plattform noch eine App, sondern vielmehr eine Online-Sprachschule. Alles findet online statt, sodass du flexibel von überall lernen kannst, solange du eine Internetverbindung hast. Natürlich ist es nicht kostenlos, aber es beinhaltet in der Zeit, für die du bezahlst, deutlich mehr Sprachenlernen als Babbel.

Anstatt auf dich allein gestellt zu sein und dich durch unpersönliche Lektionen zu kämpfen, die unter Umständen nichts mit deinem Alltag oder deiner Motivation zum Sprachenlernen zu tun haben, lernst du bei Lingoda in einer kleinen Unterrichtsgruppe mit bis zu fünf Teilnehmenden (oder sogar in einer Privatlektion, wenn du möchtest). Der Unterricht findet live und mit einer muttersprachlichen Lehrkraft statt. Die Stunde wird von der Lehrkraft geleitet, aber sie stellt auch Fragen, es werden Rollenspiele mit anderen Teilnehmenden gemacht und falls erforderlich schweift ihr auch mal komplett vom Thema ab, wenn du Hilfe bei einem besonders kniffeligen Grammatikthema brauchst. Deine Aussprache wird im Lingoda-Unterricht perfektioniert, was eine App nicht leisten kann. Es ist erstaunlich, mit was für seltsamen Sätzen und Phrasen ich bei Duolingo zu tun hatte und trotzdem das kleine Tonsignal für die richtige Antwort gehört habe. Vor Kurzem haben wir fünf Minuten lang über die unterschiedlichen deutschen Begriffe für die Rechnung im Restaurant gesprochen, um eine Übung im Kursmaterial zu erklären. Durch solche Dinge lernt man, die Zielsprache sicher zu sprechen.

Nachdem ich Duolingo, Babbel und Lingoda ausprobiert habe, muss ich wirklich sagen, dass Lingoda hinsichtlich Zeit und Geld das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

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